Herr Oetker

Im Rahmen der „Düsseldorfer Richtergespräche“, einer losen Reihe von Fortbildungsveranstaltungen für Richterinnen und Richter, war am gestrigen Abend der Bielefelder Unternehmer Richard Oetker (62) zu Gast im Oberlandesgericht Düsseldorf. Oetker, der auch Vorstandsvorsitzender der WEISSER RING Stiftung ist, schilderte im historischen Foyer des Gerichts vor rund 100 Zuhörern, unter ihnen NRW-Justizminister Thomas Kutschaty und OLG-Präsidentin Anne-José Paulsen, die Erlebnisse im Zusammenhang mit seiner grausamen Entführung im Jahre 1976. Auch die persönlichen Erfahrungen, die er im Anschluss daran aus der Perspektive eines Verbrechensopfers mit der Strafjustiz gemacht hat, waren Gegenstand seines Vortrags.

In der sich anschließenden Fragerunde und Diskussion wurde deutlich, dass der Strafprozess zwar seinem Wesen nach kaum geeignet ist, alle Erwartungen von Verbrechensopfern zu erfüllen, dass diese im Verfahren aber keineswegs auf eine passive Rolle festgelegt sind und ihnen von allen Verfahrensbeteiligten stets mit dem gebotenen Respekt und besonderem Augenmaß zu begegnen ist. Die Teilnehmer der Veranstaltung dankten Richard Oetker für seinen bewegenden Erfahrungsbericht und die Möglichkeit, auf dieser Basis den Ablauf des Strafverfahrens einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu hinterfragen.

Düsseldorf, 17. Juli 2013
Sven Kerkhoff
Pressedezernent
Oberlandesgericht Düsseldorf
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