Die Voraussetzungen für die Ernennung zur Richterin/zum Richter ergeben sich aus § 9 des Deutschen Richtergesetzes. Danach darf in das Richterverhältnis nur berufen werden, wer

  1. Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes (GG) ist,
  2. die Gewähr dafür bietet, dass er jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt und
  3. die Befähigung zum Richteramt erworben hat, also Volljurist ist.

Die weiteren grundsätzlichen Voraussetzungen für die Einstellung in den richterlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen sind durch Erlass des Justizministeriums vom 29. Juni 1999 geregelt:

Danach können neben Juristinnen und Juristen mit einem Prädikatsexamen in der zweiten juristischen Staatsprüfung auch solche Bewerber/innen zu einem Auswahlgespräch geladen werden, die in der zweiten juristischen Staatsprüfung weniger als 9,0 Punkte, aber mindestens 7,76 Punkte erreicht haben und sich durch besondere persönliche Eigenschaften auszeichnen. So können z. B. Leistungen im Abitur, im Studium, in der ersten Prüfung, in der Referendarzeit erheblich über der Note des zweiten Staatsexamens liegen. Oder besondere persönliche Fähigkeiten und Leistungen, welche dazu geeignet sind, die Persönlichkeit einer Richterin/eines Richters positiv zu prägen, heben die/den Bewerber/in aus dem Bewerberfeld heraus.

Das Land NRW bemüht sich bevorzugt um die Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen. Bewerbungen geeigneter schwerbehinderter Menschen und gleichgestellter behinderter Menschen im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IV sind daher ausdrücklich erwünscht. Eine Einladung erfolgt insoweit bereits ab einem Punktwert von 7,76 im 2. Staatsexamen.

Frauen erhalten nach dem in Nordrhein-Westfalen geltenden Landesgleichstellungsgesetz bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Die Kenntnisse, Fähigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen, über welche Sie als Bewerber/in für den richterlichen Dienst verfügen sollten, sind im Anforderungsprofil für Richterinnen und Richter  (JMBl. NRW 2005, Seite 123 ff. externer Link, öffnet neues Browserfenster / neuen Browser-Tab) beschrieben.